Grenzüberschreitender Radlspaß
Radregion Bayerisch-Böhmische-Bäder
Standort: Bayerisch‑tschechischer Grenzraum (u. a. Landkreise Wunsiedel, Bayreuth, Hof, Tirschenreuth sowie Region Karlsbad)
Projektstart: Beteiligungsprozess und Konzeptentwicklung ab 2023
Themenfeld: Nachhaltige Mobilität
Informationen & Downloads: fichtelgebirge.bayern / landkreis-wunsiedel.de
Kurzbeschreibung des Projekts
Mit dem Projekt „Radregion Bayerisch-Böhmische Bäder“ wird ein grenzüberschreitendes Radangebot im deutsch-tschechischen Grenzraum aufgebaut, das touristische Highlights, Kurorte und Naturerlebnisse verbindet. Ziel ist eine qualitativ hochwertige Radregion, die Einheimische und Gäste anspricht und die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien stärkt. So entsteht ein klimafreundliches, naturnahes Tourismus- und Naherholungsangebot.
Grundlage ist ein breit angelegter Beteiligungsprozess mit Bürgerinnen und Bürgern, regionalen Akteuren und touristischen Leistungsträgern. Dabei wurden Stärken analysiert und Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Radangebots erarbeitet. Zentrales Element ist ein umfangreiches Routennetz: Eine rund 420 km lange Hauptroute mit neun Etappen verbindet wichtige Kurorte in Bayern und Böhmen und wird durch Rund- und Familientouren ergänzt. Neben dem Infrastrukturausbau steht die gemeinsame Vermarktung im Fokus, um ein einheitliches Profil zu schaffen und den grenzüberschreitenden Radverkehr nachhaltig zu stärken.
Aus dem Landkreis Bayreuth sind die Kommunen Bad Berneck, Bischofsgrün, Fichtelberg und Warmensteinach in das Projekt mit eingebunden.
Bilder
Kernpunkte des Projekts
Zentrale Maßnahmen der "Radregion Bayerisch-Böhmische Bäder"
(Förderperiode 4 Jahre 1.1.2025 - 31.12.2028)
Die folgenden Maßnahmen haben das Potenzial, die Heimatverbundenheit auf beiden Seiten der Grenze in vielfältiger Weise zu fördern und zu stärken. Hierbei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, die sich positiv auf das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation der Menschen mit ihrer Region auswirken können:
Analoge Markierung der grenzüberschreitenden Bayern–Böhmen Bäderroute: Die physische Markierung der Route macht die grenzüberschreitende Verbindung sichtbar und erfahrbar, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt und die Wahrnehmung einer gemeinsamen, zusammenhängenden Region fördert.
Aufstellung von Schildern an der Grenze, die Radfahrern den Wechsel der CZ/DE Markierungen erklären:Die Installation von Tafeln an der CZ/DE-Grenze, die Radfahrern die Änderung der Beschilderung erklären, dient der Sicherheit und Orientierung, fördert den grenzüberschreitenden Tourismus sowie die europäische Integration und spiegelt gleichzeitig die Heimatverbundenheit der Grenzregion wider.
Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs durch Zusammenarbeit mit dem EgroNet Verbund: Eine engere Zusammenarbeit zur Verbesserung des Verkehrsnetzes fördert die Mobilität und den Austausch zwischen den Regionen. Gemeinsame Ausstellungen und Veranstaltungen stärken das Bewusstsein für die grenzüberschreitende Gemeinschaft und schaffen eine stärkere Identifikation mit der Region.
Pflege der Marke Radregion durch lokale Akteure: Die kontinuierliche Pflege und Förderung der Marke „Radregion“ durch lokale Institutionen, Leistungsbringer und Akteure unterstützt die Entwicklung eines gemeinsamen regionalen Images. Dies stärkt das Bewusstsein und die Identifikation der Bewohner mit ihrer grenzüberschreitenden Heimatregion.
Zentrale, zweisprachige Homepage für Radfahrer (CZ/DE): Eine gemeinsame Plattform, die in beiden Sprachen zugänglich ist, fördert das gegenseitige Verständnis und erleichtert den Informationsaustausch. Dies trägt dazu bei, die Verbindung zwischen den Regionen zu stärken und das Bewusstsein für die gemeinsame kulturelle Identität zu schärfen.
Vermarktung der Radregion Bayerisch–Böhmische Bäder: Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Info-Events und Pressearbeit wird die Wahrnehmung der Radregion gefördert. Eine starke, einheitliche Außendarstellung hilft, die Region sowohl intern als auch extern als zusammenhängende Einheit zu etablieren, was das Gefühl der Zugehörigkeit und den Stolz auf die gemeinsame Heimatregion stärkt.
Einbindung von Hoteliers und Gastronomen: Die aktive Einbindung und Schulung von Hoteliers und Gastronomen stärkt deren Engagement und Bindung an die Region. Diese Akteure tragen maßgeblich zur lokalen Identität bei, und ihre Beteiligung kann das Gemeinschaftsgefühl und die wirtschaftliche Vernetzung beidseits der Grenze vertiefen.
Zusammengefasst fördern diese Maßnahmen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, verbessern die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der Region und stärken so das Gemeinschaftsgefühl und die Heimatverbundenheit beiderseits der Grenze.
Positive Wirkung auf Klimaschutz oder Klimaanpassung
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und regionalen Entwicklung im ländlichen Raum und trägt bei zu:
- der Stärkung des Radverkehrs als Alternative zum motorisierten Individualverkehr,
- der Förderung nachhaltigen Tourismus im Grenzraum,
- der besseren Vernetzung von Regionen und Angeboten über Ländergrenzen hinweg,
- der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe (Tourismus, Gastronomie, Beherbergung),
- einer erhöhten Wahrnehmung und Wertschätzung natürlicher Ressourcen und Landschaften.
Darüber hinaus fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien den europäischen Gedanken und stärkt die Resilienz der Region durch gemeinsame Entwicklungsperspektiven.
Erfolgsfaktoren
- Einbindung von Bevölkerung, Kommunen und touristischen Akteuren
- Klare Förderstruktur: Unterstützung durch das Heimatministerium
- Zusammenarbeit zwischen bayerischen und tschechischen Partnern
- Attraktives Routenkonzept
- Ganzheitliche Maßnahmen: Infrastruktur, Marketing, Bürgerbeteiligung und Koordination
- Starke regionale Identität: Verbindung von Radfahren, Natur und Bäderkultur
- Professionelles Management: Einrichtung einer Koordinationsstelle zur Steuerung der Umsetzung
- Sichtbarkeit und Orientierung: Ausbau von Beschilderung, zweisprachiger Information und digitaler Angebote
Fördermittel / Finanzierung
Die Konzeptentwicklung und Vorbereitung der Radregion wurde durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat mit 195.545 Euro gefördert, was rund 90 % der Gesamtkosten entspricht. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Richtlinie „Bayerisch‑Tschechischer Grenzraum“.
Weitere Mittel und Eigenanteile werden durch die beteiligten Regionen sowie durch zukünftige Projekte zur Infrastruktur‑ und Angebotsentwicklung ergänzt.
Ansprechpartner / Kontakt
Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge
E-Mail: petr.cerveny@landkreis-wunsiedel.de
Projekt-Nr.: 5-04