Restlos glücklich: Foodwaste vermeiden
Genuss statt Verschwendung – nachhaltig essen im Alltag
Standort: Landkreis Bayreuth (in Kooperation mit der Stadt Bayreuth)
Projektstart: Seit 2023 laufendes Gemeinschaftsprojekt der Klimaschutzmanagements der Region Bayreuth
Themenfeld: Nachhaltiger Konsum und gesellschaftliches Engagement
Informationen und Downloads: www.landkreis-bayreuth.de/klima/klimaschutz/foodwaste
Bilder
Kurzbeschreibung des Projekts
Lebensmittelverschwendung ist nicht nur ethisch problematisch, sondern auch ein relevanter Treiber der Klimakrise. Weltweit gehen rund 30% aller produzierten Lebensmittel verloren. In Deutschland summiert sich dies auf etwa elf Millionen Tonnen pro Jahr, davon rund 26.000 Tonnen allein in der Region Bayreuth. Die damit verbundenen Klimawirkungen entsprechen jährlich rund 38 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.
Mit dem Projekt „Restlos glücklich: Foodwaste vermeiden" setzen der Landkreis Bayreuth und die Stadt Bayreuth genau an diesen Punkten an. Ziel ist es, Lebensmittelabfälle messbar zu reduzieren, Bewusstsein für nachhaltige Ernährung zu schaffen und konkrete Handlungsmöglichkeiten
Zielgruppen aufzuzeigen. Dies geschieht durch Beratungsangebote, Workshops, Informationsveranstaltungen und öffentlichkeitswirksame Aktionen.
Das Projekt versteht sich als gemeinschaftlicher Lern- und Veränderungsprozess, der kommunale Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Gastronomie, soziale Einrichtungen und private Haushalte gleichermaßen einbindet. Bereits in der Pilotphase von 2022 bis 2025 wurde das erhebliche Potenzial einer konsequenten Reduzierung von Lebensmittelabfällen deutlich. Durch präzise Abfallmonitorings, begleitende Coachings in Seniorenheimen und das Bildungsprojekt „Kitas retten Lebensmittel" erzielten die teilnehmenden Einrichtungen beeindruckende Ergebnisse:
- Einsparung von bis zu 56% der Lebensmittelabfälle pro Einrichtung und Jahr
- Reduktion von rund 36 Tonnen CO2 pro Jahr
- Einsparung von etwa 3,5 Millionen Litern Wasser jährlich
- Fünfstellige finanzielle Entlastungen für die beteiligten Einrichtungen
Auf Grundlage der erfolgreichen Pilotphase startet 2026 die Skalierung des Projekts. Erstmals werden dabei auch einige der größten Arbeitgeber der Region eingebunden, darunter das Klinikum Bayreuth und die KSB AG: Diese Einrichtungen erhalten ein umfassendes Foodwaste-Coaching, führen systematische Abfallmonitorings ein, optimieren ihre Abläufe und erproben klimafreundliche Speisepläne. Allein durch diese Maßnahmen sind jährliche Einsparungen von bis zu 370 Tonnen CO2, möglich. Gleichzeitig werden Lebensmittelabfälle dauerhaft reduziert und eine gesundheitsfördernde
Ernährung gestärkt.
Kernpunkte des Projekts
- Systematisches Abfallmonitoring in Gemeinschaftsverpflegung
- Fachliches Coaching und Prozessoptimierung in Einrichtungen
- Bildungsprojekte wie „Kitas retten Lebensmittel"
- Entwicklung und Test klimafreundlicher Speisepläne
- Umweltbildungsmaßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen
- Regionale Umweltkampagne zur dauerhaften Sichtbarkeit des Themas
- Aufbau und Pflege eines Netzwerks aus über 20 Partnern aus Zivilgesellschaft, Bildung, Wirtschaft und Verwaltung
Positive Wirkungen auf Klimaschutz oder Klimaanpassung
- Deutliche Reduktion von Treibhausgasemissionen durch weniger Lebensmittelverschwendung
- Einsparung zentraler Ressourcen wie Wasser, Energie und landwirtschaftliche Fläche
- Verringerung von Methanemissionen aus der Entsorgung von Lebensmittelabfällen
- Förderung klimafreundlicher Ernährungsweisen und nachhaltiger Konsumgewohnheiten
- Sensibilisierung breiter Zielgruppen für den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz
- Stärkung von Resilienz und Versorgungssicherheit durch effizienteren Ressourceneinsatz
Erfolgsfaktoren
- Niedrigschwellige, praxisnahe Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen
- Kombination aus Information, Mitmachen und konkreten Handlungshilfen
- Enge Zusammenarbeit von Landkreis und Stadt Bayreuth
- Der Ansatz ist auf nahezu jede Einrichtung übertragbar, in der täglich gekocht und gegessen wird
- Einbindung von Bildungseinrichtungen und sozialen Trägern
- Vernetzung relevanter Akteure aus Verwaltung, Praxis und Zivilgesellschaft
Fördermittel / Sponsoring
Das Projekt wird gefördert über die Bayerische Förderrichtlinie Landesentwicklung (FöRLa).