13.10.2017

Nachlese zum Klimaschutzsymposium

Das Bayreuther Klimaschutzsymposium informierte am 5.10.2017 in einem Mix aus Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops über Wege zu einem klimaverträglicheren Leben. Eine Nachlese...

>>> Das Veranstaltungsprogramm (PDF)

Auswertung aller Rückmeldungen der Teilnehmer

 

Vortrag: Transformative Wissenschaft - Aufgaben und Anknüpfungspunkte an der Universität Bayreuth von Prof. Dr. Manfred Miosga

Vortrag als PDF

 

Vortrag: Mikroplastik in limnischen Ökosystemen von Prof. Dr. Christian Laforsch

Prof. Christian Laforsch, Tierökologe an der Universität Bayreuth, griff in seinem Vortrag zum Thema Mikroplastik ein aktuell vieldiskutiertes Problem auf, welches nicht nur aus gesundheitlichen und ökosystemaren Aspekten wichtig ist, sondern auch Klimarelevanz hat.

Auf der einen Seite tragen Kunststoffe als extrem leichter Werkstoff zur Reduktion von CO2 Emissionen im Transportsektor bei. Andererseits werden Kunststoffe unter anderem aus fossilen Rohstoffen hergestellt und bei ihrer Verbrennung wird CO2 freigesetzt. Maßnahmen zur Müllvermeidung und zur Reduktion von Plastikprodukten, leisten somit auch einen Beitrag zum Klimaschutz. 

Christian Laforsch zeigte auf, dass Mikroplastik heute auf der ganzen Welt zu finden ist, in Eisbohrkernen genauso wie auf dem Grund der Tiefsee. Bei den Fragen, wie und in welchen Zeiträumen Kunststoffe abgebaut werden und welche Auswirkungen die Kunststoffpartikel in Organismen und Ökosystemen haben, sei aber noch erheblicher Forschungsbedarf vorhanden.

Während sich die öffentliche Wahrnehmung bei dem Thema stark auf die Verschmutzung der Meere und Strände fokussiere, konnte Christian Laforsch zeigen, dass auch heimische Flüsse, Seen und Teiche mit Mikroplastik kontaminiert sind. Jedes achtlos in der Natur weggeworfene Bonbon“papier“ lande über kurz oder lang in einem Gewässer, werde dort im Lauf der Zeit zerkleinert, bis die Partikel nur noch Bruchteile von Millimetern groß und hierdurch analytisch so schwer nachweisbar seien, dass sie häufig in Studien übersehen werden. Gerade diese Kleinstpartikeln könnten jedoch in die Nahrungskette gelangen. Kunststoffprodukte seien jedoch aktuell aus unserer Welt nicht wegzudenken und wiesen zahlreiche Vorteile auf. Christian Laforsch appellierte daher zu sorgsamen Umgang mit Kunststoffen, insbesondere zur Nutzung der vorhandenen Recyclingsysteme. 

Vortrag "Ökoroutine: Strukturen ändern, nicht Menschen. Damit wir tun, was wir für richtig halten

 

Dr. Michael Kopatz, wissenschaftlicher Projektleiter im Wuppertal Institut, machte in seinem Vortrag anhand vieler Praxisbeispiele aus seinem Buch „Ökoroutine“ deutlich, dass wir beim Klimaschutz besonders dann erfolgreich sind, wenn wir uns nicht nur auf den Idealismus einzelner verlassen, sondern klare ordnungspolitische Maßnahmen ergreifen. Dies sei wirksamer als umweltmoralische Appelle.

So hätten nicht etwa Appelle dazu geführt, dass heute in Gaststätten, ja selbst in Bierzelten nicht mehr geraucht werde, sondern ein gesetzliches Rauchverbot. Ähnliches sei bei der Einführung der Anschnallpflicht im Auto zu beobachten gewesen. Früher als Einschnitt in die persönliche Freiheit belächelt, sei das Anschnallen heute zur Routine geworden, die viele Leben gerettet habe.

Ähnliche Routinen bräuchte man daher auch beim Umwelt- und Klimaschutz. Gute Beispiele dafür seien das Erneuerbare Energien Gesetz oder die ständig steigenden Energieeffizienzanforderungen an elektrische Geräte oder Neubauten. Hierdurch stelle sich ganz unabhängig von individuellem Klimaschutz-Idealismus eine Verbesserung der Umweltsituation ein.

Die Ökoroutine sei auch ein Ausweg aus unserer alltäglichen Schizophrenie. So sei es Teil unserer Kultur, Milliarden für Gesundheitsförderung auszugeben, während wir gleichzeitig billige und schädliche Produkte essen. Ähnlich schizophren sei es, so Kopatz, wenn wie unsere Haustiere als beste Freunde betrachten und gleichzeitig andere mindestens ebenso intelligente Tiere in Massenställen wie tote Materie behandeln. Kultur  könne sich jedoch wandeln, entscheidend sei jetzt, die richtige Richtung vorzugeben. In diesem Zusammenhang rief Kopatz zu umwelt- und gesellschaftspolitischen Engagement auf, sei es in Parteien, Vereinen, Bürgerinitiativen oder bei Demonstrationen.

 

Infos zum Workshop 1: Autark und nachhaltig wohnen im Tiny House - Wohnwagon zeigt wie‘s geht! (mit Maximilian Mai)

Nachlese zum Workshop 1

Vortrag von Maximilian Mai zum Thema "Autark und nachhaltig wohnen im Tiny House"

 

Infos zum Workshop 2: Klimaschutz durch nachhaltiges Gärtnern (mit Thomas Kappauf)

Nachlese zum Workshop 2

Vortrag von Thomas Kappauf zum Thema Nachhaltiges Gärtnern mit Terra Preta

 

Infos zum Workshop 3: (Wie) Kann man in Deutschland klimaverträglich leben? (mit Dr. Susanne Stangl und Bernd Rothammel)

Nachlese zum Workshop 3

Sammlung von Tipps zum CO2-Fasten

 

Weitere Infos zu Vorträgen und Workshops folgen.

 

 

 

 

 

 

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